Die Meldung mit dem Titel „Du musst leider draußen bleiben“ auf www.zeit.de erregte heute Vormittag unsere ungeteilte Aufmerksamkeit: Demnach gibt es immer mehr elitäre Netze, in denen die exklusiven Mitglieder relevantes Wissen und Vitamin B austauschen; und dabei unter sich bleiben möchten. Versteht sich von selbst, oder? Aber gerade diese Exklusivität versetzt uns in Erstaunen. War es nicht gerade ein Markenzeichen des Web 2.0 – zu dem soziale Netze ja auch zählen – dass die breite Masse über die Inhalte bestimmt, jeder mit jedem kommunizieren kann und dass das gesammelte Wissen allen zur Verfügung steht?
Das gilt bei elitären Netzwerken offensichtlich nicht: Auf Inmobile.org kostet eine Premiummitgliedschaft 350 Dollar im Jahr, bei asmallworld.net ist die persönliche Einladung eines „kulturell einflussreichen Menschen“ Voraussetzung für eine Mitgliedschaft und bei Beautifulpeople.com darf nur mitmischen, wer gut aussieht. Darüber entscheiden übrigens die bestehenden Mitglieder: 80 Prozent aller Bewerbungen mit Foto und Kurzprofil werden abgelehnt. Es geht aber noch dekadenter: Das angeblich größte Elite-Netzwerk ist Affluence.org. Wer über ein nachweisbares Haushaltseinkommen von 300.000 Dollar im Jahr verfügt, oder einen Besitz von drei Millionen Dollar belegen kann, bekommt Zugang zu "exklusiven, hochwertigen Inhalten und Ratschlägen von Experten aus den Bereichen Kunst, Technologie und Reise". Na dann.
